Zwei Stunden Aufnahmezeit. Hundert Aufnahmen. Vierzig finale Bilder. Was dabei herauskommt, hängt zu einem großen Teil davon ab, was am Tag vorher passiert ist. Diese zwölf Punkte machen den Unterschied zwischen okayen und herausragenden Ergebnissen.

Die Checkliste für den Tag davor

1. Frühjahrsputz, eine Stufe höher

Eine Ferienwohnung sollte vor dem Shooting wirken, als hätte gerade ein erstklassiger Reinigungsservice gearbeitet. Fensterscheiben streifenfrei, Spiegel ohne Wassertropfen, Armaturen poliert, Bodenleisten staubfrei. Bei der Kamera fällt jeder Krümel auf – im Auge des Gastes auch.

2. Persönliche Gegenstände raus

Familienfotos, Medikamente im Bad, Wäsche im Korb, persönliche Kalender. Alles, was nach „bewohnt" aussieht (außer dem geplanten Styling), muss weg. Auch die Kinderzeichnung am Kühlschrank.

3. Aufräumen, aber nicht steril

Drei Dinge auf dem Küchentresen sind besser als null und besser als zwanzig. Olivenöl, ein hochwertiges Brett, eine Schale Obst. Im Bad ein gerollter Handtuchstapel. Im Wohnzimmer ein Buch, eine Kaffeetasse, eine zusammengelegte Decke. Bewohnt wirken ohne überladen.

4. Betten frisch und makellos

Frische Bezüge in neutralen, hellen Farben (weiß, sandfarben, beige). Decke akkurat ausgebreitet, Kissen aufgeschüttelt – nicht steril, nicht zerwühlt. Eine Stoffdecke am Fußende fügt Wärme hinzu.

5. Licht testen

Welche Lampen funktionieren? Welche brauchen neue Birnen? Gleiche Lichtfarbe in allen Leuchten eines Raumes (alle warmweiß 2700K – nicht halb Tageslicht, halb warmweiß). Gerade für eine spätere Twilight-Bearbeitung sollten alle Lichtquellen funktionieren.

6. Geräte aus

TV-Bildschirme schwarz (keine Logos, kein Standby-Licht). Router-LEDs abkleben oder ausschalten. Klima- und Heizungs-Displays neutral. Alles, was blinkt, irritiert.

7. Außen genauso wichtig

Müllcontainer, Gartenschlauch, Schuhe vor der Tür, Werkzeug, Wäscheständer – wegräumen. Wenn das Auto im Bild zu sehen sein wird: gerade parken, sauber abreiben.

8. Saisonal denken

Im Herbst Laub vor der Eingangstür wegfegen. Im Winter Schnee freischippen. Im Sommer Sonnenschirm aufstellen, Outdoor-Möbel sauber halten. Welche Jahreszeit man sieht, beeinflusst, in welcher Saison gebucht wird.

9. Pflanzen frisch

Verwelkte Blumen weg. Topfpflanzen ohne Staub. Wenn keine echten Pflanzen da sind: ein kleiner Olivenzweig oder Eukalyptus-Strauß in eine schlichte Vase. Vermeiden: Plastikblumen.

10. Bad-Detail

Das Bad ist beim Gast immer Bonus-Bewerter. Ein zusammengelegter Bademantel an einem Haken, hochwertige Pflegeprodukte auf einem Glas-Tablett, eine Kerze, ein Naturschwamm in Holzschale. Drei kleine Details – nicht zehn.

11. WLAN-Router verstecken

So banal, so wichtig. Eine FritzBox in der Sichtachse zerstört jede Aufnahme. Vorher in einen Schrank, hinter ein Buch, in eine Designdose – egal wohin, nur nicht ins Bild.

12. Schlüssel-Übergabe klären

Als Fotograf will ich nicht zwei Stunden warten, weil der Hausmeister nicht kommt. Klären Sie vorab: sind Sie anwesend, hinterlegen Sie den Schlüssel im Safe, kommt jemand vom Service? Je reibungsloser der Start, desto mehr Zeit bleibt für gute Aufnahmen.

Gut vorbereitet ist halb fotografiert. Den Rest übernehme ich.

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Bonus: was Sie nicht tun sollten

Fazit

Eine gut vorbereitete Wohnung erreicht in zwei Stunden Shooting ein Ergebnis, das ohne Vorbereitung in vier Stunden nicht möglich ist. Diese zwölf Punkte sind Routine bei Profis – aber selten gemacht von Vermietern, die zum ersten Mal mit einem Fotografen arbeiten. Welche Bilder am Ende wirklich buchen, lesen Sie in Bessere Fotos für Airbnb & Co.